Brauerei Winkler Amberg

Gründungsjahr 1617

Alles begann als die „Weißbräugesellschaft“ am 7. Mai 1617 ein Grundstück in der Oberen Nabburger Gasse erwarb, um darauf das Brauhaus zu errichten, in dem auch heute noch die Biere der Brauerei Winkler gebraut werden. Das sogenannte „Weiße Brauhaus Amberg“ war wie eine moderne Aktiengesellschaft mit Teilhabern, Vorsitzenden, Aufsichtsrat und Kontrollgremien aufgebaut.
Kurfürst Friedrich V. (besser bekannt als Winterkönig) verlieh am 26. Oktober 1617 persönlich das Braurecht und begründete damit unsere lange Brautradition. Explizit war in der „Weissenbier undt Bräuordnung“ das Brauen von Weizenbier eingeschlossen. Eine Besonderheit, denn das alleinige Recht auf das Brauen von Weizenbier hatte damals eigentlich der bayerische Landesherr. Durch Sondersteuern sorgte dieses Monopol für einen Großteil der Einnahmen im bayerischen Staatshaushalt. Möglich war das, weil Amberg erst ab 1620 zu Bayern gehörte – doch das Privileg blieb auch danach und unser Sudhaus ist damit wohl die älteste private Weißbräustätte Bayerns.
17. bis 19. Jahrhundert
Bereits Mitte des 17. Jahrhunderts hatte sich die Weißbräugesellschaft zur größten Braustätte Ambergs entwickelt. Die dort gebrauten Weizenbiere waren auch überregional beliebt: Jede Woche gingen unter anderem zwei „Bierzüge mit mehreren Fässern“ nach Nürnberg und an den Herzog von Württemberg und bald war mehr als die Hälfte der Amberger Hausbesitzer an der Gesellschaft beteiligt. Der wirtschaftliche Erfolg war über mehrere Generationen hinweg riesig – im Rekordjahr 1649 nach dem 30-jährigen Krieg wurde den Gesellschaftern eine heute unvorstellbar hohe Dividende von 113 Prozent gezahlt. Erst als im 18. Jahrhundert wieder zunehmend (untergäriges) Braunbier statt des obergärigen „Weißen“ Bieres getrunken wurde wandelte sich langsam das Bild. Doch auch nach dem Ende des Kommunbraurechts 1807 wurde das Sudhaus noch genossenschaftlich von mehreren Brauereien und Wirten benutzt. Im 21. Jahrhundert schließlich erfolgte die Umbenennung in „Bürgerbräu Amberg“.

Am 22. Januar 1913 kaufte der Bierbrauer Josef Winkler Geschäftsanteile am Kommunbrauhaus sowie die Gaststätte in der Unteren Nabburger Straße 34, in der sich auch heute noch der Winkler BräuWirt befindet.
Nach dem 1. Weltkrieg
Mit viel Fleiß und Mühe bauten Josef und Kunigunde Winkler in der Zeit nach dem ersten Weltkrieg das Unternehmen auf, konnten bald ihre Schulden zurückzahlen und errichteten schon 1930 einen neuen Gär- und Lagerkeller auf dem Gelände der Brauerei Winkler. Josef Winkler verstarb jedoch 1931 im Alter von nur 49 Jahren, woraufhin seine Witwe die Geschäfte führte.a

Nach dem 2. Weltkrieg
Nach dem Tod des Firmengründers absolvierte sein Sohn (ebenfalls Josef) eine Brauerlehre, wurde aber zum Kriegsdienst eingezogen und kam erst 1948 wieder aus Gefangenschaft frei. 1949 übernahm er zusammen mit seiner Frau Mathilde die Brauerei und eröffnete auch die Gaststätte wieder, die zuvor als Nähstube beschlagnahmt worden war. Die Brauerei entwickelte sich rasant, weshalb die Gaststätte schließlich verpachtet wurde.

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1 Liter Steinkrug aus den 1940/50 er Jahren

Josef Winkler III
Nach der Übernahme durch die dritte Generation Josef Winkler wurde der Betrieb konsequent ausgebaut und modernisiert. Der Bau einer neuen Füllerei und die Automatisierung von Sudhaus und Gärkeller waren die wichtigsten Schritte auf dem Weg zu einer Brauerei auf aktuellstem technischen Stand. 1984 besonnen wir uns außerdem auf unsere Wurzeln in der Weißbräugesellschaft und produzieren seither unser beliebtes Alt Amberger Hefeweizen. Seit sich 1994 die Brauerei Schießl entschloss, die Bierproduktion einzustellen wird im einstigen Kommunbrauhaus nur noch von der Brauerei Winkler gebraut. Wir produzieren bis heute die Biere der Marke Schießl, die beispielsweise im bekannten Schießl-Wirtshaus zum Ausschank kommen.
Heute stellt sich die Brauerei Winkler als modern eingerichtete Privatbrauerei dar, die sich ihrer Wurzeln und der „Alt Amberger Brautradition“ bewusst ist, aber vor allem mit Zuversicht in die Zukunft blickt.

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